Steuerrecht aktuell

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Gewinnermittlung durch Einnahmen- Überschussrechnung

Rechtsprechungsänderung: Wahlrecht kann auch noch nachträglich ausgeübt werden.

Mit dem aktuellen Urteil hat der BFH entschieden, dass die Wahl der Einnahmen- Überschussrechnung als Methode zur Ermittlung des Gewinns von Gewerbetreibenden auch noch nach Ablauf des Gewinnermittlungszeitraums zugelassen ist.

Unternehmer, die nicht nach den Vorschriften des Handelsrechts buchführungspflichtig sind und deren Betriebe auch bestimmte steuerliche Grenzwerte (z. B. in Bezug auf den Umsatz) nicht überschreiten, können ihren Gewinn entweder aufgrund freiwillig geführter Bücher und Bilanzen oder aber vereinfacht durch Gegenüberstellung der Einnahmen und Ausgaben (sogenannte Einnahmen- Überschussrechnung) ermitteln.

Bisher gingen Rechtsprechung und Finanzverwaltung davon aus, dass die Entscheidung zu Gunsten der Gewinnermittlung durch Bilanzierung bereits gefallen ist, wenn der Unternehmer zu Beginn des Jahres eine Eröffnungsbilanz aufstellt und eine laufende Buchführung einrichtet. Mit dem Urteil gestattet der BFH nun weitergehend, dass auch noch nach Ablauf des Jahres Zwischenbilanzierung und Einnahmen- Überschussrechnung gewählt wird. Stellt der Unternehmer einen Jahresabschluss auf, entscheidet er sich erst dadurch für die Gewinnermittlung durch Bilanzierung. Die nachträgliche Wahl - ggfs. auch noch im Rahmen eines Einspruchsverfahrens gegen den Steuerbescheid auf Grundlage eines geschätzten Gewinns - setzt lediglich ausreichende Aufzeichnungen der Einnahmen- und Ausgaben voraus. 

(Aus Pressemitteilung des BFH)

BFH, Urteil vom 19.03.2009 - VI R 57/07

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